
Marie-Luise Stallecker
Die Jusos Enzkreis und die Jusos Pforzheim freuen sich, dass Marie-Luise Stallecker für den Juso Landesvorstand kandidiert. Hier findet Ihr Ihr Bewerbungsschreiben an die Jusos Baden-Württemberg.
Ankündigungen

Die Jusos Enzkreis und die Jusos Pforzheim freuen sich, dass Marie-Luise Stallecker für den Juso Landesvorstand kandidiert. Hier findet Ihr Ihr Bewerbungsschreiben an die Jusos Baden-Württemberg.
Liebe Genossinnen und Genossen,
seit inzwischen neun Jahren bin ich bei den Jusos engagiert. Diese Zeit verging im Handumdrehen; ich konnte unendlich viele Erfahrungen sammeln und hatte außerdem die Chance, mich auch aktiv als LDK-, Landesausschuss-, Bundeskongress-Delegierte sowie in den Jahren 2004 und 2005 als Vorsitzende des Kreisverbands Enzkreis‘ einzubringen. Wie einige von Euch wissen, habe ich bisher Politikwissenschaft in Berlin studiert, wobei ich die meiste Zeit doch im Ländle verbracht habe. Nach meinem Abschluss im Mai werde ich nach Baden-Württemberg zurückkehren, um hier ein Master-Studium aufzunehmen.
Die Jusos haben mir viel gegeben, weshalb ich finde, dass es jetzt an der Zeit ist, mich zu revanchieren. Ich bin der Überzeugung, dass sich auf Landesebene einiges bewegen lässt. Deswegen kandidiere ich für den Landesvorstand. In dieser Funktion möchte ich gerne mithelfen, Veränderungen anzustoßen - es gibt viel zu tun.
Mit diesem Brief möchte ich Euch schildern, welche Schwerpunkte ich in meiner inhaltlichen Arbeit im Landesvorstand setzen will. Für weitere Fragen, Anregungen oder Kritik stehe ich Euch natürlich jederzeit zur Verfügung.
Gleichstellung
Die Vorstellung einer gerechten Gesellschaft fängt für mich bei der vollständigen Gleichstellung von Frauen und Männern an, die bisher noch nirgendwo verwirklicht ist. Auch der Landesverband der Jusos in Baden-Württemberg ist keine Ausnahme, was die Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen betrifft.
Auch außerhalb des Jusos-Mikrokosmos‘ ist das Thema Gleichstellung keinesfalls erledigt. Viele glauben, Frauen hätten keinen Grund zur Beunruhigung mehr, schließlich könnten sie heute alles erreichen, wenn sie nur wollten. Falsch! (Rechtliche) Chancengleichheit bei weiterhin fortbestehenden strukturellen Ungleichheiten ist ein zahnloser Tiger. Was nützt Frauen die theoretische Möglichkeit, in Vorstände aufzusteigen, wenn in der Praxis Männer diese Posten unter sich aufteilen?
Gleichstellung bedeutet so viel mehr als nur die (zu Recht) geforderten gleichen Löhne für gleiche Arbeit oder mehr Frauen in Führungspositionen. Es geht darum, traditionelle Rollenbilder, die Männer genauso einschränken wie Frauen, aufzubrechen und auf einen wirksamen Wandel hinzuarbeiten.
Wer sich jetzt vor der Einführung des Matriarchats fürchtet, den kann ich beruhigen, denn frei nach der österreichischen Politikerin Johanna Donahl gilt auch für mich: „Die Vision des Feminismus ist nicht eine weibliche Zukunft. Es ist eine menschliche Zukunft.“
Wirtschaft
Eine gerechte Gesellschaft bedeutet darüber hinaus nicht nur Verbesserungen für die weiblichen 52% der Bevölkerung, sondern auch die Sicherung einer materiellen Existenzgrundlage, die eine gleichberechtigte soziale und politische Teilhabe für alle in unserer Gesellschaft ermöglicht. Seit einigen Jahren ist jedoch die Tendenz zur Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen zu beobachten, so dass viele Menschen mit einer bedrückenden Unsicherheit leben müssen. Hier läuft etwas grundlegend falsch. Wir brauchen eine tief greifende Reform unseres Wirtschaftssystems, die sich nicht in der Deckelung von Manager-Gehältern erschöpft. Stattdessen muss sich der Staat aktiv den Bedürfnissen der Beschäftigten annehmen.
Vor diesem Hintergrund würde ich mich über die Chance freuen, im Rahmen des Juso-Landesvorstands mit Eurer Hilfe aktiv an der Umgestaltung der Gesellschaft in unserem Sinne mitzuwirken.
Mit solidarischen Grüßen,
Marie-Luise Stallecker
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